Mit den Skiern durch die Geisterbahn
Skiwelt Wilder Kaiser-Brixental in Tirol
Hey, schau mal, da ist ja ein Gespenst“, ruft Lena Jonas zu. Der fährt gerade auf Skiern belustigt Bögen hinter seiner Freundin her. Die zwei Sechsjährigen sind auf der einen Kilometer langen „Skigeisterbahn“ im Märchenwald unterwegs. Gruselig? „Nee, ziemlich lustig“, findet Lena und kurvt weiter zwischen den Bäumen hindurch über kleine Hügel den Berg hinunter. Hin und wieder lacht oder ruft es unheimlich von der Seite. Die Geräusche kommen natürlich nicht von echten Geistern, sondern werden durch Bewegungsmelder ausgelöst.
Lena und Jonas nehmen an einem Skikurs im „Kinder-Kaiserland“ in Scheffau teil. Scheffau ist einer von neun Orten der SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental in Tirol. Mit über 90 Liftanlagen, 279 Pistenkilometern sämtlicher Schwierigkeitsgrade sowie mehr als 70 Hütten ist die SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs. Ein besonders kinderfreundliches Fleckchen dieses riesigen Areals ist das 7000 Quadratmeter große Kinder-Kaiserland auf 1650 Meter Höhe – ein Märchenland, das ganz für die Skizwerge reserviert ist. Ein Reifen-Karussell zieht die Kleinen hier im Kreis herum, kunstvolle vergängliche Figuren wie Pinguine oder Bären sind in Eis gehauen, auf dem Zauberteppich und mit dem Zwergerllift werden Anfänger den Berg hinauf befördert. Und ins große Kaiserschloss aus Schnee mit Geheimgängen, Zinnen und Verlies gelangen die jungen Wintersportler mit der Grottenbahn – einem Förderband mit einer Haube aus Plexiglas. Kinder ab einem halben Jahr, die noch nicht auf Skiern stehen können, werden im Drachennest „Bobo Mini Club“ von Babysittern je nach Wunsch stunden- oder tageweise betreut.Auch andere Skischulen der neun Orte haben einiges für die Jungen und Mädchen auf Lager: Mit einem Kinderland mit Bobo-Wellenbahn, Zauberteppich oder Bobo-Pass wirbt etwa die Ellmauer Skischule. Und in der Söller Skischule befördert in „Monti’s neuer Kinderwelt“ an der Mittelstation ein Zauberteppich die Kinder den Berg hinauf, es gibt dort außerdem eine Kinderdisco und ein Skikarussell. Während der Nachwuchs also in einer der zahlreichen örtlichen Skischulen bestens aufgehoben ist, haben die Eltern genügend Zeit, die sportliche Skiwelt zu erkunden.
Von neun Orten aus – Ellmau , Going, Scheffau, Söll, Itter, Hopfgarten, Kelchsau, Westendorf und Brixen im Thale – geht es mit nur einem Skipass rund: rund um den Kegel des höchsten Bergs der Region, der Hohen Salve (1829 Meter). Wintersport-Fans können das gesamte Terrain vom Astberg (1267 Meter) über den Hartkaiser (1555 Meter), den Brandstadl (1650 Meter), den Eiberg (1673 Meter), die Choralpe (1820 Meter) bis hin zum Zinsberg (1674 Meter) und zur Hohen Salve abfahren, ohne auch nur einmal abzuschnallen. 279 Pistenkilometer stehen zur Auswahl. Darunter viele familienfreundliche, breite, aber auch schwarze, sprich extrem schwere Abfahrten.
„Sehr schön und anspruchsvoll ist beispielsweise die neue Kandlerabfahrt von der Westendorfer Choralpe hinunter nach Brixen“, erklärt Anita Baumgartner von der SkiWelt-Marketing GmbH. Ein Highlight ist ihrer Ansicht nach auch, dass man mit den neuen Liftverbindungen an einem Tag von Westendorf bis Going und zurück kommt. Auch die längste Piste – die Talabfahrt von der Hohen Salve nach Itter – sei es wert abgefahren zu werden. Wärmstens empfehlen kann sie auch – insbesondere für verfrorene Wintersportler – die 8er Gondelbahn mit Sitzheizung direkt auf die Hohe Salve oder die 6er Sesselbahn mit Sitzheizung und Wetterschutzhaube, die Söll mit Scheffau verbindet.
Zahlreiche teils moderne, teils recht urige Hütten laden zum Einkehrschwung ein. Einige haben extra Kinder-Restaurants.Lena und Jonas sind mit ihrer Skilehrerin an diesem Vormittag die breiten Pisten Scheffaus runtergebrettert – sie sind ja in einer Gruppe für Fortgeschrittene und daher auf den „großen“ Skibergen unterwegs. „Ich kann nicht mehr“, stellt Jonas irgendwann fest. Daher kommt ihm die Mittagspause gerade recht. Kurz darauf sitzen die ausgepowerten Nachwuchs-Wintersportler im giftgrünen „Drachenexpress“ und werden direkt vors Kinder-Restaurant Brandstadl zum Mittagessen gefahren. „Der Drachenexpress ist eine umgebaute Pistenraupe in Drachenform“, erzählt Gerhard Told, Leiter der Scheffauer Skischule, der hier einige tolle Einrichtungen für Kinder ins Leben gerufen hat. Beispielsweise den Drachen, der gleichzeitig das Maskottchen der Scheffauer Skischule ist. Er hat noch keinen Namen, aber in unserem Verlosungsquiz ist Platz für eine Idee von euch!!! Er ist übrigens ein ganz außergewöhnlicher Drache: Er spuckt kein Feuer, sondern den ganzen Tag lang Schnee. „Es handelt sich um eine Schneekanone in Drachenform“, erklärt Told. So lassen sich Lena und Jonas ein bisschen von ihm berieseln.
Auch die Mini-Carver-Babyski für Kinder ab 2 Jahren sind eine Erfindung Gerhard Tolds. Um mit den Mini-Carvern ihre ersten Rutschversuche im Schnee zu starten, müssen sich die Kinder nicht in unbequeme Skischuhe zwängen, sondern lassen einfach ihre eigenen Winterstiefel an. „Wir dürfen kleinen Kindern nicht gleich am Anfang die Freude verderben, indem wir sie umständlich in viel zu harte Skischuhe und auf viel zu schwere Ski zwängen“, erklärt der Tüftler. Mittags starten die Zwerge im Kinder-Kaiserland zusammen mit ihren Eltern zur Bambini-Schnupperstunde.
Übrigens wurde das Kinder-Kaiserland wegen seiner zahlreichen Entwicklungen 2004 mit dem „Österreichischen Staatspreis für Skilauf und Touristik“ ausgezeichnet. In diesem Jahr erhielt Gerhard Told zudem den „Goldenen Kristall“ für eine der besten Kinderskischulen.
Lena und Jonas werden an diesem Tag nach dem Mittagsessen von ihren Eltern abgeholt. Sie wollen am Nachmittag noch ein bisschen gemeinsam Ski laufen. „Und noch mal Bögen üben“, erklärt Jonas.
Am nächsten Tag findet
nämlich das wöchentliche Kinderskirennen statt. Das Kinder-Kaiserland trägt nicht umsonst diesen Namen: Es gibt nicht nur eine Ski-Medaille für jedes Kind. „Es werden auch ein Kinder-Kaiser und eine Kinder-Kaiserin gekrönt“, erzählt Skischulleiter Told. Bei der Preisverleihung stehen die Jungs und Mädchen mit Herrschermantel und Goldkrone auf dem Schnee-Podest.






