Wachszieher - einer der ältesten Handwerksberufe
Der Wachszieher ist einer der ältesten Handwerksberufe, die es gibt. ,,Und er war früher ein sehr angesehener Beruf", erzählt Jürgen Jaksch. Warum? ,,Es war schon immer ein Bestreben der Menschen, Licht zu haben. Deshalb wurden die, die Licht machen konnten, sehr geschätzt." Im Mittelalter begann man mit der Herstellung von gezogenen Kerzen aus Bienenwachs. ,,Diese Kerzen waren dem Adel und der Kirche vorbehalten, denn Bienenwachs war damals schon nur begrenzt vorhanden und sehr teuer. Die ärmeren Leute benutzten als Brennmittel Talg."
Und wer verfügte damals wohl über Bienenwachs oder gute Beziehungen zu Imkern, die im Mittelalter noch ,,Zeidler" hießen? Der Lebzelter. Wer das ist? Das Wort ,,Lebzelter" leitet sich wahrscheinlich so wie die Lebkuchen von ,,Leben" bzw. ,,gebackener Laib" ab. Der Lebzelter stellte also feine (Honig-) Kuchen und Gebäck her - so wie heute der Konditor. Da er dafür stets Honig brauchte, hatte er gleichzeitig ,,die Verpackung", das Bienenwachs zur Hand. Deshalb fertigten die Lebzelter Bienenwachskerzen, indem sie den Docht wiederholt durch ein Wachsbad zogen, bis die Kerze dick genug war. Daher kommt die Berufsbezeichnung Wachs-,,zieher". Die Lebzelter waren also fast immer auch Wachszieher.
