18. November 2009 | Von Christina Kolb

Was macht eigentlich eine Friseurin?

Kinder-ECHO spricht mit den Schwestern Pilar und Montserrat Parejo vom Haar System Parejo in Darmstadt

 
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Waschen, Schneiden, Föhnen: Montserrat Parejo ist Friseurin und hat zusammen mit ihrer Schwester Pilar einen Salon in Darmstadt. Alle Fotos: Christina Kolb


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ontserrat schneidet einer Kundin einen „Pagenkopf“, Adrian wäscht einem Herrn die Haare und sprüht eine Kur auf, Susanne verwöhnt eine Dame mit einer Kopfmassage, Anna föhnt einem Mädchen die Haare, Sabrina klärt am Telefon einen Termin ab und Pilar berät eine junge Frau, die gerne ihre Haarfarbe und ihre Frisur ändern würde.

Dreimal dürft ihr raten, wo wir gerade sind: klar, beim Friseur. Und zwar im Darmstädter Haar System Parejo, dem Friseursalon von Pilar und Montserrat Parejo an der Darmstädter Orangerie. Die beiden Schwestern sind Friseurinnen mit Meistertitel und haben dem Kinder-ECHO einiges über ihren Beruf erzählt.

„Friseur“ war schon früher ein beliebter Ausbildungsberuf – vor allem bei den Mädchen. So war es auch bei Pilar Parejo (47): „Ich war immer fasziniert von Haaren und was man mit ihnen alles machen kann“, erinnert sich die Darmstädterin. Schon als kleines Mädchen kämmte sie ihrem Papa die Haare von rechts nach links und von links nach rechts, ihrer Mutter flocht sie Zöpfe, ihrer Schwester steckte sie Frisuren hoch. Mit 13 Jahren wusste Pilar im wahrsten Sinne des Wortes haargenau: Ich werde Friseurin. Als sie 16 Jahre alt war, konnte sie – „endlich“ – die Ausbildung zu ihrem Traumberuf beginnen.

Ihre drei Jahre ältere Schwester Montserrat wollte ursprünglich im medizinischen Bereich arbeiten, hat sich aber schließlich auch für den Beruf der Friseurin entschlossen. Nach ihrer Lehre testete sie neue Produkte für den Haarpflegemittel-Hersteller Wella, wo sie als Friseurin angestellt war, leitete Seminare und absolvierte ihre Meisterprüfung.
 
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Vor 19 Jahren beschlossen Pilar und Montserrat dann den Weg in die Selbstständigkeit und eröffneten ihren eigenen Friseursalon.

Friseure – haben die denn viel mehr zu tun als Waschen, Schneiden, Föhnen, Färben und Frisieren? Das sind natürlich die Hauptaufgaben. „Aber es stehen auch noch andere Arbeiten auf dem Tagesprogramm“, erzählt Montserrat.

Gegen halb 9 Uhr morgens schließen die beiden Friseurinnen ihren kleinen aber feinen Salon auf. Sie prüfen die Einnahmen und Rechnungen des Vortages, notieren, ob es Bedarf an neuen Bestellungen für Shampoo, Kuren, Färbemittel und Spülungen gibt, schauen in den Terminkalender und bereiten sich auf ihre ersten Kunden vor. Kaffeemaschine einschalten nicht zu vergessen!

Um viertel vor 9 kommen dann die insgesamt fünf Mitarbeiterinnen von Pilar und Montserrat, darunter zwei Auszubildende. Zunächst wird kurz besprochen, wer an diesem Tag was zu tun hat. Noch das Täschchen mit den verschiedenen Arbeitsutensilien um die Hüfte gebunden. Liegen Scheren, Kämme, Bürsten, Shampoos bereit?

Jetzt kann’s losgehen: Um 9 Uhr haben die ersten drei Kunden einen Termin – ein Herr bei Anna zum Haare-Nachschneiden, eine Dame bei Montserrat zum Tönen und Schneiden und eine junge Frau bei Pilar zum Probefrisieren und -schminken für ihre Hochzeit. Allen Kunden wird eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wasser sowie eine Zeitung angeboten.

Nach der Haarwäsche bekommen sie eine kostenlose Kopfmassage: „Kopfmassagen gehören heute längst zum Service dazu, auch das muss ein Friseur können“, erklärt Montserrat. Während sie die Farbe mischt, wäscht die Auszubildende Gülistan der Kundin die Haare.

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Pro Tag haben Montserrat und Pilar jeweils etwa 8 Kunden. Pro Kunde planen sie – je nachdem, was ansteht – eine dreiviertel bis eineinhalb Stunden Zeit ein. „Das ist nicht viel, vor allem dann nicht, wenn eine Frisurveränderung gewünscht wird“, erklärt Pilar. In diesem Fall muss die Friseurin zunächst beurteilen beziehungsweise erkennen, um welchen Typ von Frau oder Mann es sich handelt, um dann vor der eigentlichen Arbeit gezielt beraten zu können. Hat eine Kundin ein breites oder schmales Gesicht, eine hohe oder tiefe Stirn, dickes oder feines Haar? Wie ist sie gekleidet? Welche Frisur passt zu ihrem Typ?

Damit die Friseurinnen modisch stets auf dem Laufenden bleiben, besuchen sie zudem regelmäßig Seminare, in denen die neuesten Trends der Haarmode sowie neue Haarpflege-Produkte vorgestellt werden.
„Haare sind ein kostenloser Schmuck des Menschen, unsere Arbeit ist es, ihn individuell so vorteilhaft wie möglich zu gestalten“, sagt Pilar Parejo. Dabei muss sich ein Friseur vor allem fachlich auf jeden einzelnen der typmäßig völlig unterschiedlichen Frauen, Männer und Kinder einstellen. Während des Haareschneidens wollen sich manche Kunden unterhalten, andere wollen ihre Ruhe – hier ist zusätzlich auch Feingefühl und Menschenkenntnis gefragt.

Für Pilar Parejo ist Friseurin auch nach mehr als 30 Jahren noch ihr Traumberuf. „Ich liebe es, Menschen frisurmäßig umzustylen und das Beste aus dem jeweiligen Typ herauszuholen“, sagt sie. Auch ihrer Schwester Montserrat „macht es einfach Spaß, kreativ am Haar zu arbeiten.“

Und was raten die beiden Meisterinnen ihres Fachs jungen, angehenden Friseuren? Das lest ihr im Kasten auf Seite 20…

 



Inhalt der Januarausgabe:
  • Im letzten Kinder-Echo des Jahres 2011 haben sich die Redakteurinnen Christina Kolb und Andrea Stütz von Euch verabschiedet. Wer Eure neuen Ansprechpartner sind, erfahrt Ihr jetzt in der Januarausgabe.
  • Die Berufeserie geht weiter: Wir haben für Euch gefragt, was eigentlich eine Logopädin macht.
  • In der Exotenserie stellen wir Euch diesmal die Bonobos vor.
  • Und Kinder-Echo-Leserin Charlotte Scheibel erklärt Euch ihr Hobby: das Voltigieren.
  • Natürlich gibt es auch im neuen Kinder-Echo noch vieles mehr zu entdecken: Rätsel, Gewinnspiele, Tipps und weitere interessante Geschichten und Berichte. Am besten findet ihr es einfach selbst im neuen Kinder-Echo heraus!

Viel Spaß beim Durchforsten der neuen Ausgabe und dem Entdecken noch vieler anderer Themen wünscht euch das Kinder-Echo-Team!

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