Was macht eigentlich ein Müllmann?
Der Arbeitstag beginnt schon um 6.45 Uhr
Rausholen, auskippen, reinstellen – das ist unsere Arbeit“, erklärt Marcus kurz und knapp. Marcus arbeitet bei der Darmstädter Müllabfuhr, er ist Mülllader, bei euch sicher besser bekannt als Müllmann. Kinder-ECHO-Redakteurin Christina Kolb begleitete ihn und seine Kollegen Innocenzo, Manuel, Achour, Teamleiter Tizi Abdeslam und Fahrer Daniel einen Tag lang bei ihrer Arbeit. So erfahrt ihr in dieser Ausgabe, was ein Müllmann so alles macht und wie sein Tagesablauf aussieht.
Recht früh beginnt der Arbeitstag für die Müllmänner – um 6.45 Uhr müssen Marcus, Innocenzo, Manuel, Daniel und Achour im EAD (Eigenbetrieb Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Darmstadt) sein. Zunächst schlüpfen sie in ihre auffällige Dienst- und Schutzbekleidung: Das sind grell orangefarbene Hosen und Jacken, wie ihr sie sicher schon oft gesehen habt, sowie feste Arbeitshandschuhe und Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen. Vier Teamleiter haben zuvor bereits die Touren eingeteilt.
Das Team mit Marcus, Innocenzo, Manuel und Achour steigt zu Daniel ins große Führerhaus des Müllautos – und los geht’s. Mit dabei ist heute auch Teamleiter Tizi, der dem Kinder-ECHO einiges über die Arbeit erzählt.
Aber nicht nur unerfreuliche Dinge erleben die Müllmänner: Einmal haben sie versehentlich vergessen, eine Restmülltonne in Eberstadt zu leeren. Ein Mann im Kombi mit Anhänger fuhr plötzlich hupend hinter dem Müllauto her. Aufgeladen hatte er: seine Mülltonne. „Der Herr war sehr nett, hat uns gleich gesagt, dass das ja mal passieren könne bei den vielen Tonnen, er wollte nur gerne, dass sein Abfall heute noch geleert wird“, erzählt Innocenzo. „Da macht die Arbeit schon auch manchmal Spaß“, erzählt Marcus. Vor allem, wenn man „mit so netten Kollegen zusammenarbeitet wie in unserem Team.“
Auch das sieht Daniel vorne auf seinem Computer. „Dann müssen wir kurz zur Müllverbrennungsanlage fahren und das Fahrzeug leeren“, erklärt Tizi. Danach geht’s da weiter, wo die Arbeit vorher unterbrochen wurde, bis alle Mülltonnen im eingeteilten Gebiet geleert sind. Im Johannesviertel ist das nach knapp dreieinhalb Stunden der Fall. Bei Schneetreiben fällt das Arbeiten aber beispielsweise schwerer und das Ganze dauert entsprechend länger. „Manchmal kriegt man die Tonnen gar nicht über die Schneehaufen“, sagt Manuel. „Und ab und zu parkt mal ein Auto so schief am Straßenrand, dass wir nicht vorbeikommen.“ Notfalls muss Fahrer Daniel dann rückwärts aus der Straße heraus- und von der anderen Seite wieder hineinfahren.
Egal wie die Wetter- oder Straßenbedingungen sind: Gegen halb 11 ist eine dreiviertel Stunde Frühstücks- und Mittagspause. Die verbringen die Männer im Gebäude des EAD in der dortigen Kantine oder im Aufenthaltsraum. Danach geht es wie gehabt weiter bis halb vier.“ Dann ist Feierabend. „Da steht dann eine heiße Dusche, Kaffeetrinken – oder auch ab und zu mal Training im Fitnessstudio an“, erzählt Marcus. Denn am nächsten Morgen müsse man „ja wieder fit sein beim ‚rausholen, auskippen, reinstellen.“



