Was macht ein Schornsteinfeger?
Julia Schmid und Ronald Eigenmann wollen hoch hinaus. Sie sind nämlich Schornsteinfeger und steigen so mancher Familie im Kehrbezirk Odenwaldkreis VII (sieben) aufs Dach. Heute Vormittag sind sie in Wersau in der Sudetenstraße unterwegs. Ist niemand da, bekommen die Leute einen Zettel in den Briefkasten geworfen mit einem Terminvorschlag und der Nachricht: „Der Schornsteinfeger kommt!“
An der nächsten Tür haben die beiden Schwarzgekleideten Glück: „Guten Morgen“, grüßt Eigenmann, „die Schornsteinfeger sind da. Wir kommen, um ihre Heizungsanlage zu überprüfen.“ Dazu müssen der 34 Jahre alte Schornsteinfeger und seine Auszubildende Julia Schmid (23) aber runter in den Keller der Häuser. Im Gepäck haben sie ihren Messkoffer, in dem zum Beispiel das Messgerät aufbewahrt wird, aber auch andere Instrumente wie der Tauspiegel. Wozu der gut ist, erfahrt ihr gleich…
Außerdem haben sie einen Schornsteinfegerbesen dabei. Der sieht jedoch ganz anders als ein normaler Besen aus: Am vorderen Ende einer ganz langen Stahlkette ist eine kreisrunde Metallbürste angebracht, am hinteren als Gegengewicht eine Kugel. Mit dem Besen können sie vom Dach aus den Schornstein von innen schrubben. Mit dabei haben sie auch eine Haspel, das ist der Besen, mit dem sie den Rauchabzug von unten reinigen.
Außerdem messen die Schornsteinfeger den Abgasverlust einer Heizung. Was ist das? „Abgasverlust ist die Wärme, die beim Betrieb der Feuerstätte ungenutzt verloren geht und über den Schornstein entweicht“, erklärt Julia Schmid.
Es gibt Gesetze, die vorschreiben, wie oft bestimmte Anlagen geprüft und gereinigt werden müssen. Das ist wichtig, um vor Bränden zu schützen und zu verhindern, dass irgendwann giftige Gase in die Wohnung strömen und auch, um teure Energie zu sparen.
Jetzt haben die beiden schon so viel gemessen und geprüft – trotzdem haben sie noch keine rußverschmierten Gesichter. Stimmt es also gar nicht, dass Schornsteinfeger bei der Arbeit schwarze Gesichter kriegen? „Doch, die holt man sich, wenn’s aufs Dach geht zum Reinigen. Gerade im Winter, wenn mit Holz gefeuert wird, wird man richtig schwarz“, erzählt Eigenmann, der seit 1990 Schornsteinfeger ist. „Da rußt es richtig raus und man muss manchmal einen Mundschutz tragen.“
Apropos Dach – genau dort geht’s jetzt hin. Ein Schornsteinfeger sollte also schwindelfrei sein. Julia Schmid und Ronald Eigenmann kümmert die Höhe nicht: „Die Aussicht von den Dächern ist super“, wirbt der 34-jährige für den Ausstieg aus der Dachluke. Nee, lieber nicht...
Julia Schmid genießt und Ronald Eigenmann putzt. Als er fertig ist und sich umdreht, steht fest: Hier wird entweder wenig oder nicht mit Holz geheizt, denn schwarz ist sein Gesicht immer noch nicht. Darüber ärgert sich das Kinder-ECHO schwarz – gerne hätten wir euch ein lustiges Foto mit rußigen Gesichtern präsentiert. Diesmal haben wir kein Glück gehabt...





