Adoptivmutter für Bili …
Der Zoo Frankfurt hat sehr viel Erfahrung mit der Handaufzucht von Menschenaffen. Hauptaffenpfleger Carsten Knott gab sich bei Bili aber nicht allein mit der Handaufzucht zufrieden, da die Affen dann oft nicht mehr wissen, ob sie nun Mensch oder Affe sind – er wollte, dass Bili „äffischer“ wird.
Da Bonobos sehr lernwillig sind, brachten die Frankfurter Zootierpfleger ihren Bonobo-Weibchen bei, ein Junges zur Fütterung an die Pfleger zu übergeben. Das wurde auch bei Bili erfolgreich praktiziert.
Wie das funktioniert? Biologe Thomas Wilms erklärt: „Die Pfleger trainierten die Weibchen, darunter auch Ziehmutter Zomi, mit einem Stofftier.“ Immer, wenn die Affendame das Stofftier an eine Absperrbox zu den Pflegern brachte, bekam sie eine Belohnung.
Schließlich musste das aber nicht nur mit dem Plüschtier funktionieren, sondern auch mit Klein-Bili: Stundenlang saßen die Pfleger mit Bili, nur durch ein Netz getrennt, bei der Gruppe, damit sich alle Tiere in Ruhe beschnuppern konnten.
Irgendwann wurde Bili der Affenfamilie anvertraut – und es funktionierte! Ziehmama Zomi hielt das putzige Kerlchen stolz in ihren Armen und brachte den Affen-Zögling eineinhalb Jahre lang täglich ans Gehege, wo er sein Fläschchen von den Pflegern bekam. Mittlerweile ist Bili dreieinhalb Jahre alt und voll in die Affenbande aufgenommen.
Die Frankfurter Bonobos – auch die männlichen – sind inzwischen so gut trainiert, dass das Prozedere auch funktioniert, wenn die Affen Medizin oder Spritzen bekommen sollen – auch dann kommen sie zur Absperrbox, erhalten ihre Medizin sowie eine Belohnung – und trotten wieder davon.

