1. Als erstes ist es wichtig, dass ihr Vögel nur dann füttert, wenn es wirklich notwendig ist, also „wenn Schnee liegt, bei starkem Frost oder wenn sich bei überfrierender Nässe überall ein dicker Eispanzer bildet“, sagt der Darmstädter Waldpädagoge Peter Fischer. Wer aber noch im Frühling füttert, tut eigentlich nur den Futterherstellern einen Gefallen. Manche Vogelexperten gehen sogar davon aus, dass die Jungvögel im Frühjahr an Nährstoffmangel sterben können, wenn ihre Eltern sie statt mit Samen, Insekten und Würmern nur mit den bequem zu erreichenden Körnern füttern.
Hinzu kommt, dass man beim Füttern nur die Vogelarten anlockt, von denen es sehr viele Exemplare gibt, zum Beispiel Amseln und Finken. So hart das auch klingt: „Wenn einige dieser Vögel sterben und es weniger gibt, haben dafür schwächere Arten eine bessere Chance zu überleben“, erklärt Fischer.
2. Wenn ihr füttert, solltet ihr darauf achten, dass die Futterstelle sauber bleibt. Und ob ihr es glaubt oder nicht: Am unsaubersten sind die typischen Vogelhäuschen! Denn in diesen können sich die Vögel beim Körnerpicken aufs Futter setzen – und kacken. Auf diese Weise können Krankheiten übertragen werden.
Richtet also Futterstellen einrichten, bei denen das Futter nicht nass wird – es schimmelt sonst – und wo es nicht mit Kot in Berührung kommt. Gut eignen sich Futtersilos. Bei denen rutschen nur so viele Körner aus einem geschlossenen Behälter nach, wie die Vögel fressen. Die Stellen, auf denen die Vögel sitzen, solltet ihr öfter sauber machen.
Als Futter eignen sich Getreide, Sämereien, Nüsse, Beeren, Rosinen und Obst. „Auf gar keinen Fall dürft ihr salzige Speisen füttern oder Brot. Das quillt im Vogelmagen auf“, sagt Hugo Schnur, der Vorsitzender der Ortsgruppe Darmstadt vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist.
Wenn ihr sichergehen wollt, dass ihr den Vögeln gesundes Futter anbietet, mischt es doch einfach selbst und baut einen Futterrahmen.
Dazu braucht ihr:
vier unbehandelte Holzbretter, von denen je zwei gleich lang sind (ca. 20 Zentimeter). Drei sollten dazu etwa fünf Zentimeter breit sein. Das Brett fürs Dach kann breiter sein, damit es später wie ein Vordach das Futter schützt.
ein Brett als Rückwand
einen etwa fingerdicken Ast, der etwas länger als die Holzbretter ist
Nägel, Schrauben, Hammer und einen Schraubenzieher
So geht’s:
Nagelt die Holzbretter so zusammen, dass ein viereckiger Rahmen entsteht. Dort, wo das breitere Brett ist, ist das Dach. Auf der hinteren Seite befestigt ihr mit den Nägeln die Rückwand des Rahmens. Lasst euch beim Hämmern von euren Eltern helfen.
Über die offene Seite mit dem Vordach legt ihr etwa in der Mitte den Ast und schraubt ihn am Rahmen fest. Das ist die Sitzstange, von der aus die Vögel in der oberen Hälfte des Rahmens picken können.
Wenn ihr fertig seid, könnt ihr selbst Fettfutter herstellen. Die Ortsgruppe des Naturschutzbunds Darmstadt empfiehlt folgendes Rezept: Lasst bei mittlerer Hitze etwa 500 Gramm Pflanzenfett in einem Topf schmelzen. Gebt verschiedene Zutaten hinzu: eine Packung Haferflocken, zwei Päckchen Kokosflocken, je eine Packung Haselnusskerne und ungeschwefelte Rosinen. Ihr könnt (ungesalzene) Erdnüsse hinzufügen, Getreide oder Sonnenblumenkerne. Vergesst nicht, gut durchzumischen.
Ist euer Futter etwas abgekühlt und breiig geworden, füllt ihr es in den Rahmen und drückt es mit dem Kochlöffel fest. Das Rezept reicht für zwei Rahmenfüllungen!
Lasst alles über Nacht aushärten. Am nächsten Morgen ist euer Futterrahmen fertig und ihr könnt ihn an einem Baum mit einer festen Kordel oder einem Draht aufhängen.
Eine bebilderte Bauanleitung für Fettrahmen und Futterglocken gibt’s bei Hugo Schnur per E-Mail unter nabu@hsschnur.homepage.t-online.de.
