Da sieht man ja nur noch Streifen...
Zebranachwuchs im Darmstädter Vivarium
„Meist kommen die Fohlen nachts auf die Welt, heimlich, still und leise. Am Morgen stehen sie plötzlich mit im Stall“, erklärt Zooassistent Peter Zaborowski. Die ersten zwei Tage bleiben sie mit ihrer Mutter im Stall, erst am dritten Tag wird das Neugeborene auf die Koppel gelassen – zunächst alleine mit der Mutter. Nach und nach kommen die Tanten und der Hengst – das heißt der Vater – dazu, damit sich das Kleine an die anderen Zebras gewöhnen kann.
Zebras sind sehr scheue Tiere mit Fluchtverhalten. Besonders scheu sind jedoch die Fohlen. Bauch an Bauch steht „Kimani“ meist dicht bei seiner Mutter, der Zebradame Arua. Bei genauem Hinschauen, stellt ihr vielleicht fest, dass die Streifen der älteren Tiere schwarz sind, die der jüngeren jedoch braun. „Diese Babyfärbung dauert bis zum Alter von etwa einem Jahr“, erklärt Zaborowski.
Und wenn ihr demnächst einen Ausflug ins Darmstädter Vivarium macht, dann könnt ihr vielleicht erkennen, dass ein weiteres, schon ziemlich großes Zebra, auch noch braune Streifen trägt – das ist die knapp einjährige Halbschwester des Fohlens. Das ist Glück für Kimani – so hat sie einen Gefährten, mit dem sie zusammen durch das Gehege toben und galoppieren kann.
„Bis ein Zebra mit ungefähr einem Jahr die Geschlechtsreife erreicht hat, hat es gewissermaßen Narrenfreiheit“, erzählt der Zooassistent. Sobald die Tiere aber ausgewachsen sind, werden die „Kleinen“ dann von der Mutter und den Tanten gemaßregelt – beispielsweise, indem sie von ihnen ins Bein gebissen werden. „So machen sie ihre Rangordnung deutlich“, sagt Zaborowski.
Ein knappes Jahr bleiben die Fohlen im Vivarium, dann werden sie an andere Zoos abgegeben. So wird vor allem Inzucht vermieden.


