17. September 2008 | Von Inga Reichow

Reis – eine Getreidepflanze aus Asien

 
Philippinen
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Die Kinder der Klasse 3 der Deutschen Schule Manila versanken bis zu den Unterhosen im Reisfeld. Foto: Inga Reichow
Inga Reichow (32) aus Darmstadt arbeitet ein Jahr lang als Grundschullehrerin an der Deutschen Schule in Manila auf den Philippinen in Asien. Mit ihrer dritten Klasse hat sie im Unterricht das Thema Reis durchgenommen und berichtet euch „vor Ort“ mehr über das asiatische Getreide.

Reis – den kennt doch jedes Kind! Und sicher auch du. Schließlich isst du ihn oft zu Mittag, als Beilage zu Gemüse, Fleisch und Fisch. Aber wo kommt er eigentlich her? Hier in Deutschland gibt es doch gar keine Felder, auf denen Reis wächst. In Mitteleuropa wird auf den Feldern hauptsächlich Weizen, Roggen, Gerste und Hafer angebaut. Auch Maisfelder hast du wahrscheinlich schon oft gesehen. Aber an einem Reisfeld bist du sicher noch nie vorbeigekommen.

Um mehr über den Reisanbau herauszufinden, muss man schon ganz schön weit fahren – oder, besser gesagt, fliegen. Und zwar nach Asien: China, Indien, Japan und Indonesien sind die Hauptanbaugebiete für Reis. Mehr als 95 Prozent des Ertrages wird dort erbracht. In diesen Ländern isst man zu allen Mahlzeiten Reis, also auch zum Frühstück. Eine Mahlzeit ohne Reis ist in Asien keine Mahlzeit.

„Bevor die Reissamen ausgesät oder eingepflanzt werden, wird um das gesamte Feld ein Damm gebaut. Diesem wird viel Wasser zugeführt. Auf diese Weise kann das Feld gut bewässert werden“, erklärt unser Betreuer Rolli an der ersten Station. Dabei versinkt er mit seinen Gummistiefeln bis zu den Knien im Matsch. „Nach der Aussaat wird dann der Boden mit Hilfe von Pflügen gut mit Wasser durchmischt.“

Fotogalerie

 
Und das durften wir auch gleich selbst ausprobieren. Schon bald verteilten sich alle Kinder auf dem Feld, pflügten den Boden mit einem motorisierten Pflug oder mit einem Pflug, der von einem Wasserbüffel gezogen wurde. Das machte allen einen großen Spaß, auch wenn wir dabei bis zu den Unterhosen im nassen Reisfeld versanken.

„Während der Wachstumsphase werden die Reispflanzen weiter bewässert, bis sie blühen. Danach wird das Feld langsam wieder trockengelegt“, lehrt uns ein Feldarbeiter vor dem nächsten Feld. „Der Reis reift auf dem trockenen Boden weiter und wird nach etwa vier bis sechs Monaten mit Handsicheln geerntet und gebündelt.“ Auch hier durften wir gleich wieder aktiv werden und die reifen Reispflanzen mit bloßen Händen aus dem Boden ziehen. Im Anschluss werden die Körner aus den Halmen gedroschen, was wir ebenfalls mit einer dafür vorgesehenen Maschine ausprobieren durften.

 
Philippinen
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Harte Arbeit: Hier wird der Boden mit einem Pflug, der von einem Wasserbüffel gezogen wird, gepflügt. Foto: Inga Reichow
Wie es weitergeht, haben wir schon in der Schule durchgenommen – und das wollen wir auch den Kinder-ECHO-Lesern erzählen: Nach der Ernte wird der Reis auf einer geraden Ebene, meist sogar auf dem Seitenstreifen der Straße, zum Trocknen ausgelegt. Sind die Körner getrocknet, werden sie in eine Reismühle abtransportiert. Hier werden die Hülsen der Getreidekörner entfernt, so dass das Reiskorn nur noch von einem bräunlichen Silberhäutchen umgeben ist.

„Vor dem Verkauf wird der Reis dann oft noch poliert, um das Silberhäutchen zu entfernen“, informiert uns Rolli, mit dem wir mittlerweile alle Freundschaft geschlossen haben.

Die Drittklässler hatten viel Freude an der harten Arbeit und endlich konnten sich alle mal so richtig im Matsch austoben. Auch der einsetzende Regen hielt niemanden von der feucht-fröhlichen Arbeit ab, nur dreckig wurden alle dabei. Zum Glück hatte jeder an Kleidung zum Wechseln gedacht.

 



Inhalt der Januarausgabe:
  • Im letzten Kinder-Echo des Jahres 2011 haben sich die Redakteurinnen Christina Kolb und Andrea Stütz von Euch verabschiedet. Wer Eure neuen Ansprechpartner sind, erfahrt Ihr jetzt in der Januarausgabe.
  • Die Berufeserie geht weiter: Wir haben für Euch gefragt, was eigentlich eine Logopädin macht.
  • In der Exotenserie stellen wir Euch diesmal die Bonobos vor.
  • Und Kinder-Echo-Leserin Charlotte Scheibel erklärt Euch ihr Hobby: das Voltigieren.
  • Natürlich gibt es auch im neuen Kinder-Echo noch vieles mehr zu entdecken: Rätsel, Gewinnspiele, Tipps und weitere interessante Geschichten und Berichte. Am besten findet ihr es einfach selbst im neuen Kinder-Echo heraus!

Viel Spaß beim Durchforsten der neuen Ausgabe und dem Entdecken noch vieler anderer Themen wünscht euch das Kinder-Echo-Team!

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