14. Dezember 2011 | Von Christina Kolb

Wie feiern Kinder in anderen Ländern Weihnachten?

In Australien kommt Nikolaus an den Strand.
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In Australien kommt Nikolaus an den Strand.Archivfoto: dpa

Andere Länder, andere Weihnachtssitten. Das Kinder-Echo hat in einigen Ländern nachgefragt, wie dort Weihnachten gefeiert wird.

Australien
Bob, 8 Jahre, aus Sydney, erzählt:

„Bei uns ist im Dezember Hochsommer, es ist total heiß draußen. Am Strand „Bondi Beach“ werden am 24. Dezember Grillfeste veranstaltet, wo der Weihnachtsmann, der Santa, lustige Kunststücke auf dem Surfbrett vorführt. Außerdem gibt es in manchen Städten die Christmas Parade, einen großen Straßenumzug. Aber eigentlich feiern wir erst am 25. Dezember. Wir stehen ganz früh auf und rennen zum Kamin, wo Santa Claus die Geschenke hingelegt hat. Nach dem Frühstück mit Truthahn gehen wir im Meer schwimmen. Anschließend treffen wir uns zum großen Familien-Lunch – also Mittagessen – mit meinen Verwandten. Wir wünschen uns übrigens „Merry Christmas“.

Italien
Micaela, 9 Jahre, aus Venedig erzählt:

 
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IN ITALIEN bringt Hexe Befana Geschenke. Archivoto: dpa

„Wir wünschen uns gegenseitig „Buon Natale“. Zu uns kommt am 6. Dezember „Befana“, eine Weihnachtsfrau, die sieht aus wie eine Hexe: Sie fliegt auf einem Besen von Haus zu Haus und bringt den braven Kindern Geschenke, die bösen Kinder bekommen Kohlestückchen. Im letzten Jahr hat mein Bruder auch so ein Kohlestückchen bekommen, aber das war nur Lakritz. Er hat trotzdem auch noch was anderes geschenkt bekommen. Weihnachtsbäume gibt es nicht so oft, wir stellen Krippen auf.“

Japan
Aiko, 10 Jahre, aus Osaka erzählt:

 
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IN JAPAN isst man Weihnachtstorte. Foto: privat

„Bei uns heißt Frohe Weihnachten „Merii Kurisumasu“. Die Innenstädte und Geschäfte werden ab Anfang November weihnachtlich geschmückt und Weihnachtsbäume aus Plastik werden aufgestellt. Der 24. Dezember ist in Japan ein ganz normaler Arbeitstag. Bei uns ist der 31. Dezember ein bisschen wie Heiligabend in Deutschland. Da schmücken wir unsere Wohnung. Man zündet Kerzen an und abends werden „Tosh-koshi sobqa“, die Jahreswechsel-Nudeln für ein langes Leben, verzehrt. Und es gibt jede Menge Geschenke. „O-Seibo“ nennen wir diese Jahresendgeschenke. Als Nachtisch essen wir die Weihnachtstorte. Die ist weiß und mit Erdbeeren geschmückt und stellt die Geburtstagstorte fürs Christkind dar.“

Russland
Katarina, 11 Jahre, aus Petersburg erzählt:

 
Scheeflöckchen und Väterchen Frost.
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Scheeflöckchen und Väterchen Frost. Archivfoto: dpa

„Wir feiern am 7. Januar Weihnachten. Die Geschenke bringt uns „Ded Moroz“, Väterchen Frost, der von seiner Enkelin „Schneeflöckchen“ begleitet wird. Er kommt in einer Troika – das ist ein Schlitten, der von drei Pferden gezogen wird. Er trägt einen langen, roten Mantel mit weißem Pelzbesatz. Außerdem hat er einen großen Eiszapfen als Wanderstab bei sich und er kommt mit einem Sack voller Geschenke. Wir Kinder verkleiden uns an Weihnachten als Schneeflöckchen oder Kaninchen und warten auf Väterchen Frost. Wenn er endlich da ist, wird er von uns mit viel Musik begrüßt. Dann rufen wir dreimal laut: „Väterchen Frost“ – worauf der mit seinem Eiszapfen fest auf den Boden stampft. Frohe Weihnachten heißt bei uns „Hristos Razdejetsja“.“

Schweden
Fiona, 7 Jahre aus Stockholm erzählt:

 
Ein Lucienmädchen in Schweden.
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Ein Lucienmädchen in Schweden. Archivfoto: dpa

„Bei uns dauert Weihnachten sechs Wochen lang: vom 1. Advent bis zum 13. Januar. Das wichtigste für mich ist der Luciatag am 13. Dezember. Ich bin die älteste in unserer Familie und darf am Luciatag das Lucienmädchen sein. Der Luciatag ist das Fest der Lichterkönigin. Als Lucienmädchen ist man weiß gekleidet, trägt einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf und bringt den Nachbarn Safranbrot. Am 24. Dezember kommt der Jultomte zu uns und bringt die Geschenke. Er ist ein guter Wichtel und wohnt irgendwo in einer Scheune in der Nähe und wacht über die Familie. Als Belohnung, dass er über uns wacht, stellen wir den Wichteln, den Tomtes, Milchbrei vor die Tür, sonst bringt es Unglück. Wir tanzen um den geschmückten Baum und essen gerne traditionell Julkorv, das ist eine Art Bratwurst. Nach dem Essen ist die Bescherung. Auch wenn es kalt ist, bleiben bei uns die Türen und Fenster am Heiligabend offen: Freunde und Nachbarn werfen kleine Geschenke in die Zimmer. Am 13. Januar, dem Sankt-Knuts-Tag, klingt das Fest dann aus: An diesem Tag tanzen wir alle um den Weihnachtsbaum herum und essen die letzten daran hängenden Süßigkeiten.“

Spanien
Mercedes, 10 Jahre, aus Madrid erzählt:

 
Üppig geschmückt sind Spaniens Straßen.
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Üppig geschmückt sind Spaniens Straßen. Foto: privat

„Wir wünschen uns gegenseitig „Feliz navidad“. Viele Familien feiern wie in Deutschland am 24. Dezember und stellen einen Christbaum auf. Wir sind aber eine sehr traditionelle Familie und feiern Weihnachten wie früher am 6. Januar. Die Geschenke bringen meinen Geschwistern und mir die Heiligen Drei Könige und nicht das Christkind oder der Weihnachtsmann. Unartige Kinder bekommen Kohlestücke statt Geschenke. Am 5. Januar gibt es Umzüge, die die Ankunft der Drei Könige feiern. Die reiten auf Kamelen. Wir Kinder müssen für sie Wasser und Brot vor die Tür stellen – dafür finden wir am Morgen des 6. Januar Geschenke vor. In unserer Familie stellen wir keinen Weihnachtsbaum auf, dafür ist bei uns das Wohnzimmer mit einer Weihnachtskrippe geschmückt.“

Ungarn
Milan, 9 Jahre, aus Budapest erzählt:

 
Szaloncukors gehören in Ungarn zum Fest.
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Szaloncukors gehören in Ungarn zum Fest.Foto: privat

„Erst mal wird bei uns der 13. Dezember als „Luca-Tag“ gefeiert. Meine Eltern haben erzählt, dass man früher am 13. Dezember in den Dörfern damit begonnen hat, einen „Luca-Stuhl“ zu bauen, der bis zum Heiligabend fertig sein musste. Mit dem Stuhl ging man in die Christmette und stellte sich drauf, um so von oben die Hexen zu sehen und sie zu vertreiben. In der Adventszeit gehen wir mit den anderen Kindern zu Familien und führen ein Krippenspiel auf. Das Geld, das wir dafür bekommen, spenden wir armen Leuten. Am 24. Dezember schmücken wir einen Christbaum, daran hängen „Szaloncukors“ – das sind in Papier gewickelte Süßigkeiten. Wir essen Fischsuppe aus Karpfen und gebratenen Fisch. In der Kirche gibt es an Heiligabend ein Krippenspiel und auch „Szaloncukors“. Zu den Kindern kommt Jézuska, das Christkind.

USA
Catherine, 12 Jahre, aus Boston erzählt:

 
Festlich leuchten die Häuser  in den USA.
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Festlich leuchten die Häuser in den USA. Foto: Christina Kolb

„Santa Claus reist in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember mit einem großen Rentierschlitten voller Geschenke an, kommt durch den Kamin und füllt unsere aufgehängten Strümpfe mit Geschenken. Begleitet wird er von seinen Rentieren Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Donder, Blixen, Cupid, Comet und Rudolph. Als Belohnung für die fleißigen Rentiere stellen wir am Weihnachtsabend Milch und Kekse vor die Tür – auch als Hinweis an den Weihnachtsmann, damit der uns ja nicht vergisst. Schon Wochen vor Heiligabend schmücken wir unser Haus außen mit ganz vielen Lichterketten. Auch die Nachbarn machen das so und in unserer Straße gibt es sogar einen Wettbewerb, wer den schönsten Schmuck hat. In unserem Garten leuchten auch Rentiere, ein Weihnachtsmann und alle Bäume sind bunt und blinken. Zu essen gibt’s bei uns am Weihnachtstag Truthahn. Der Weihnachtsbaum ist aus Plastik und wird in unserer Familie gemeinsam geschmückt: mit Zinnfiguren, Blechsternen, Lichterketten, Süßigkeiten und Früchten.

 



Inhalt der Maiausgabe:
  • Tierserie: Der Bär .
  • Berufsserie: Was macht eigentlich ein Staatsanwalt?
  • Energie: Wie funktioniert eine Kläranlage?
  • Schule: Training mit den Profis von Mainz 05.
  • Hobby: Hockey.
  • Wie immer - Bücher, CD's und ein Preisrätsel.
  • Natürlich gibt es auch in der neuen Ausgabe noch vieles mehr zu entdecken: Rätsel, Gewinnspiele, Tipps und weitere interessante Geschichten und Berichte. Am besten findet ihr es einfach selbst im neuen Kinder-Echo heraus!
Postkarten und Bilder
Ihr schickt uns Monat für Monat Hunderte von tollen selbstgemalten Bildern mit dem Lösungswort des Preisrätsels. Leider können wir aus Platzgründen immer nur einige abdrucken. Doch wozu gibt es das Internet? Klickt einfach in die Bildergalerie.
Entega-Onlinespiele:
Werde Meister der Erinnerung

Das Spiel besteht aus 12 Kartenpaaren, die gemischt und natürlich verdeckt sind. Du solltest nun die richtigen Paare finden. Dazu klickst du immer zwei Kärtchen an. Passen sie nicht zusammen, dann bleiben sie an der Stelle, allerdings umgedreht. Sind es jedoch zwei gleiche Karten, dann bleiben sie aufgedeckt. Ihr könnt das Spiel alleine aber auch zu mehreren spielen. Viel Spaß!
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