Philipp Lahm engagiert sich nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch für Kinder
Kinder-Echo trifft den Kapitän der Nationalmannschaft, der auch Spieler des FC Bayern München ist
Philipp Lahm ist nicht nur Spieler des FC Bayern München, sondern nach dem Ausfall von Michael Ballack während der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Unser Kinder-Echo-Mitarbeiter Roland Schopper traf sich mit dem sympathischen Fußballstar. Der 26-jährige Münchner, der am 11. November 1983 in München das Licht der Welt erblickte und zusammen mit seiner zwei Jahre älteren Schwester Melanie wohlbehütet im Münchner Stadtteil Gern aufwuchs, verriet einiges über sich: In einem spannenden Interview erzählte er von seiner Stiftung , über das vergangene Jahr und die ehrgeizigen Ziele der deutschen Nationalmannschaft. Was der Außenverteidiger uns alles berichtet hat? Lest es einfach selbst...
Kinder-Echo: Hallo Philipp, es ist zwar schon ein bisschen her, aber: Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn der Deutschen Fußballmeisterschaft und des Deutschen Pokals. Was für ein tolles Jahr für dich...
Philipp Lahm: Vielen Dank, ja es war das bisher erfolgreichste Jahr als Fußballer für mich.
Kinder-Echo: Wie bist du eigentlich zum Fußball gekommen?
Philipp Lahm: Wie viele andere Kinder, habe ich bereits im Kindergarten gekickt. Dann hat mich mal ein Freund aus dem Kindergarten zum Training mitgenommen. Meine Mutter ist bis heute als ehrenamtliche Jugendleiterin in Gern tätig. Im November 2005 wurde sie dafür sogar als dritte Landesgewinnerin mit dem Bayerischen Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Die Auszeichnung wurde von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und BFV-Präsident Dr. Rainer Koch überreicht.
Kinder-Echo: Wie oft hast du als Kind Fußball gespielt? Warst du täglich mit dem Ball unterwegs?
Kinder-Echo: Hattest du Vorbilder?
Philipp Lahm: Bei der WM 1990 war es Pierre Littbarski und später bei Bayern München Mehmet Scholl. Mehmet ist auch nicht viel größer als ich und war ein super Fußballer. Die beiden haben mich fasziniert. Sie haben eine tolle Technik, sind ruhig am Ball und schossen ab und zu ein Tor.
Kinder-Echo: Hast du Angst, Fehler im Fußball zu machen?
Philipp Lahm: Ich glaube, im Fußball darf man keine Angst haben, sonst ist man der Verlierer.
Kinder-Echo: Gab es bei dir Momente, in denen du keine Lust mehr zum Fußballspielen hattest?
Philipp Lahm: Klar gab's Tage, an denen ich keine Lust auf zweimal Training hatte. Aber da muss man durch - und es hat sich ja ausgezahlt.
Kinder-Echo: Wolltest du schon als Kind Profi werden?
Philipp Lahm: Nein, in dem Alter habe ich meine Schule gemacht und nicht ans Profisein gedacht.
Kinder-Echo: Welchen Schulabschluss hast du - und hattest du Lieblingsfächer?
Philipp Lahm: Ich habe ab der siebten Klasse die Realschule besucht, auf der ich 1999 meinen Abschluss, die Mittlere Reife, gemacht habe. Sport und Mathematik, da bin ich ganz ordentlich zurecht gekommen.
Kinder-Echo: Welche Fremdsprachen kannst du?
Philipp Lahm: Ich spreche neben deutsch auch bayerisch und englisch, wobei das letztere noch verbesserungswürdig ist. Englisch spricht man auf der ganzen Welt.
Kinder-Echo: Hast du ein Traumland?
Philipp Lahm: Ja, Australien, das ist mein Traumreiseziel. Deshalb möchte ich auch meine Englischkenntnisse verbessern.
Kinder-Echo: Welche Hobbys hast du? Welche Sportarten außer Fußball machst du noch?
Philipp Lahm: Ich spiele sehr gerne Tennis und Billard.
Kinder-Echo: Hast du ein Lieblingsgericht oder -getränk?
Philipp Lahm: Ja, mein Lieblingsgericht ist Sauerbraten mit Spätzle und dazu trinke ich am liebsten eine Saftschorle.
Kinder-Echo: Welchen Stellenwert haben deine Familie und dein Freundeskreis für dich?
Philipp Lahm: Bei uns gibt es in der Familie einen großen Zusammenhalt. Ich habe den richtigen Umgang mit meiner Familie und meinen Freunden gefunden und glaube, dass alles stimmt. In meinem Umfeld, sehen mich alle als den ,,Phi-lipp von früher" und keiner als ,,Philipp, den Fußballsuperstar".
Kinder-Echo: Du hast eine Freundin. Willst du mal eine eigene Familie gründen und Kinder haben?
Kinder-Echo: Welche Aufgabe verfolgt die Philipp-Lahm-Stiftung (mehr dazu im Kasten auf Seite 2)
Philipp Lahm: Ich habe es zu meiner Aufgabe gemacht, benachteiligte Kinder und Jugendliche in den Bereichen Sport und Bildung in Deutschland und insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent zu fördern. Viel zu viele Kinder in Südafrika leben in größter Armut, da sie ihre Eltern, meist durch Aids, verloren haben. Mit meiner Stiftung möchte ich Kindern und Jugendlichen einen Zugang zu Sport und Bildung ermöglichen. Auch sie sollen eine Chance haben, irgendwann auf eigenen Beinen stehen und ein normales Leben führen zu können. Dies erfolgt ausschließlich über Projektförderungen. Schaut einfach mal ins Internet unter www.philipp-lahm-stiftung.de auf die aktuellen und anstehenden Projekte sowie meiner Partner.
Kinder-Echo: Welche Hilfe kann die Philipp-Lahm-Stiftung geben?
Philipp Lahm: Fußball ist der Sport in Südafrika - unendlich viele Kinder und Jugendliche spielen Fußball und benötigen einfachste Unterstützung, denn natürlich ist in den Elendsvierteln weder Geld für Training vorhanden, noch für Ausbildung, geschweige denn für Ausflüge zu Fußballspielen mit Mannschaften aus benachbarten Orten oder zu Turnieren. Die Stiftung für Sport und Bildung unterstützt Kinder und Jugendliche und fördert das Lutheran Community Centre ,,Thema Labantu" (das ist Xhosa, eine südafrikanische Sprache und heißt übersetzt ,,Hoffnung für die Menschen"), das in Philippi, Kapstadt, beheimatet ist und von dem Berliner Pfarrer Otto Kohlstock geleitet wird.
Kinder-Echo: Die Kirche als Sportstätte?
Philipp Lahm: Ja, bisher gibt es bereits ein Fitness-Studio sowie Karate-Kurse für den örtlichen Nachwuchs im Angebot. Beides findet im Kirchenschiff statt, das außerhalb der Gottesdienste zum einen als Versammlungsraum, zum anderen als Sportstätte dient. Ziel der Unterstützung ist es, die mit dem Fußball verbundenen Werte wie Team- oder Sportsgeist den betreuten Kindern und Jugendlichen zu vermitteln.
Kinder-Echo: Welche Möglichkeiten für Fort- und Weiterbildung gibt es?
Philipp Lahm: Kinder und Jugendliche sollen angesprochen werden und aus der ,,Spirale nach unten" (also wenn man mit Alkohol, Drogen oder Kriminalität zu tun hat) entkommen. Außerdem bekommen die Kinder Möglichkeiten zur Fort- und Weiterbildung. Es werden beispielsweise Computerkurse angeboten oder Ausbildungen in der Autowerkstatt.
Kinder-Echo: Letzte Frage - Stichwort WM 2010 in Südafrika?
Philipp Lahm: Ich bin natürlich sehr froh, bei der WM 2010 in Südafrika dabei zu sein - die deutsche Nationalmannschaft spielt mit, und die Welt schaut auf Südafrika. Und ich bin dann auch wieder näher an den Südafrika-Projekten meiner Stiftung dran und hoffe, dass die WM-Begeisterung auch für die Kinder und Jugendlichen in den Armensiedlungen weitere Unterstützung bringt.




