Wie funktioniert ein Heißluftballon?
S icher habt ihr schon mal einen Heißluftballon am Himmel gesehen. Und vielleicht habt ihr auch mal darüber nachgedacht, wie der überhaupt fliegen kann. Wobei ,,fliegen" tut ein Ballon überhaupt nicht - er fährt, sagt man. Das Kinder-Echo hat sich mit einem getroffen, der ziemlich oft in die Luft geht: Rainer Wieshoff aus Münster bei Dieburg. Der Luftfahrt-Pilot fährt seit 17 Jahren Ballon und besitzt auch selbst ein schönes rotes Exemplar, sein ,,Krokodil".,,Es gibt zwei Arten von Ballonen: Die Gas- und die Heißluftballone", erklärt der Spezialist. Beim Gasballon wird die Hülle mit Wasserstoff oder Helium aufgeblasen. Sein Krokodil ist ein Heißluftballon - und die Funktion eines solchen wollen wir euch erklären. Er fährt, wie der Name schon sagt, mit heißer Luft. Aber wie? Heißluft rein und hoch geht's? Nee, ganz so einfach ist das Ganze dann doch nicht. Zunächst mal muss das Krokodil mit kalter Luft aufgeblasen werden. Das geschieht mit Hilfe eines Standpropellers. Dazu wird die 25 Meter lange und 10 Meter breite Hülle, die übrigens aus Nylonmaterial besteht und an der der Korb mit Stahlseilen befestigt ist, flach auf dem Boden ausgelegt. Dann wird am unteren Ende durch eine Öffnung die Luft hineingeblasen.
Innerhalb von 10 bis 15 Minuten nimmt die Hülle allmählich die Form eines Ballons an. ,,Nun wird die Gasbrennerflamme in die Öffnung gehalten, die Luft wird erwärmt und der Ballon steigt leicht nach oben über den Korb", sagt Wieshoff. Noch ist der luftige Inhalt allerdings nicht warm genug, um einen Start zu ermöglichen.Rainer Wieshoff steigt in den Ballonkorb ein - insgesamt haben darin vier Personen Platz - und legt den Hebel des Brenners voll um. Es wird laut: Das Propangas strömt in den Brenner, im Brenner wird das Gas verdampft, beginnt zu brennen und erhitzt nun mit seiner Flamme die Luft im Ballon. ,,Durch die Hitze hebt der Ballon jetzt vom Boden ab", sagt Wieshoff.
Doch Vorsicht: Er steigt nur, wenn die Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur, also zwischen Innenballon und Luft, 70 bis 80 Grad beträgt. Im Sommer ist es daher schwieriger Ballon zu fahren, als in der kalten Jahreszeit. Zwei bis drei Meter pro Sekunde steigt der Ballon normalerweise in die Luft. Die Höhe kann der Ballonpilot noch beeinflussen, weniger aber die Richtung. ,,Ob der Ballon nach Norden, Süden, Osten oder Westen fährt, hängt vom Wind ab", erklärt Rainer Wieshoff. Daher ist es auch wichtig, sich vor dem Start von der Flugwetterberatung die unterschiedlichen Windrichtungen in den verschiedenen Höhen angeben zu lassen.
Immer wieder muss der Pilot mit der Heißluft arbeiten und die Luft im Ballon erneut erhitzen, um ihn auf gleicher Höhe zu halten oder bei Bedarf auch höher zu steigen. Meist fährt ein Ballon in Höhen von maximal 1000 Meter über dem Meeresspiegel.Wieshoff ist mit dem Krokodil über den Alpen aber auch schon mal bis 4,5 Kilometer über Meeresspiegel aufgestiegen. Der Weltrekord liegt bei 16 Kilometer - dafür braucht die Besatzung dann jedoch Sauerstoffflaschen, da die Luft in solchen Höhen zum Atmen zu ,,dünn" ist, das heißt zu wenig Sauerstoffgehalt hat.
In die Höhe steigt ein Ballon also durch die Zufuhr von Heißluft. Aber wie kommt er wieder nach unten? ,,Er kühlt zum einen von alleine ab und verliert dadurch an Höhe, zum anderen kann der Sinkvorgang auch durch ein Ventil oben am Ballon beschleunigt werden, das durch Ziehen an einer Leine vom Korb aus geöffnet werden kann", erklärt Rainer Wieshoff. Und was ist, wenn man zwar schon ziemlich weit unten ist, aber nicht landen kann, weil zum Beispiel ein Hausdach, ein dichter Wald oder Ähnliches im Weg ist? Dann muss die Luft im Ballon wieder erhitzt werden, um erneut aufzusteigen. In einer anderen Höhe ändert sich vielleicht die Windrichtung, der Ballon nimmt einen anderen Weg und kann dann wieder sinken. ,,Uns ist es aber auch schon mal passiert, dass wir zum Erstaunen einiger Wintersportler mitten in einem Wald auf einer Langlaufloipe gelandet sind", erinnert sich Rainer Wieshoff lachend.
Haben die Ballonfahrer irgendwann einen Landeplatz - eine Wiese zum Beispiel - gefunden, erhitzt ein erfahrener Pilot dann kurz vor dem Landen noch mal die Luft im Ballon, damit das Aufsetzen nicht allzu hart und unsanft verläuft.Wenn ein Gast zum ersten Mal in einem Ballon mitgefahren ist, wird er im Anschluss an seine erste Fahrt zum Ballonfahrer ,,getauft" und in den ,,Ballon-Adelsstand" erhoben. Warum das gemacht wird? Das könnt ihr auf dieser Seite lesen.



