18. Januar 2012 | Von ane/dpa

Christian Wulff hat Ärger

Der Bundespräsident hat nicht gleich die Wahrheit gesagt

Bundespräsident Christian Wulff
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Bundespräsident Christian Wulff. Foto: dapd

Bundespräsident Christian Wulff hat momentan mächtig Ärger. Angefangen hat alles damit, dass er sich vor ein paar Jahren von reichen Freunden viel Geld geliehen hat, um sich ein Haus zu kaufen. Damals war Wulff noch Ministerpräsident von Niedersachsen. Es ist natürlich nicht verboten, sich Geld von Freunden zu leihen. Aber bei Politikern ist das etwas Besonderes. Die haben viel Macht und entscheiden über wichtige Dinge. Viele Leute fürchten deshalb, dass so ein Politiker den Leuten, die ihm Geld geliehen haben, auch einen Gefallen tun muss.

Irgendwann haben Journalisten von dieser Geschichte erfahren. Deshalb hat Christian Wulff nun Ärger. Mittlerweile ist er Bundespräsident. Das ist ein besonders wichtiges Amt in Deutschland, und deshalb wird bei ihm genau geschaut, ob er alles richtig macht. Hinzu kommt, dass Wulff schon einmal gefragt worden ist, ob er sich Geld von reichen Freunden geliehen hat, und er hat „Nein“ gesagt.

Mittlerweile hat er das Geld seinen Freunden zurückgegeben und es sich bei einer Bank geliehen, aber auch da gab es Ärger. Wenn deine Eltern zur Bank gehen, um sich Geld zu leihen, müssen sie dafür eine Leihgebühr zahlen, die man Zinsen nennt. Das musste Wulff auch, nur bei ihm sollen die Zinsen sehr niedrig gewesen sein.

Wulff hat sich für diese Sache entschuldigt. Alles beruhigte sich etwas, bis herauskam, dass Wulff bei einer Zeitung, die über all das schreiben wollte, angerufen hat. Dem Chefredakteur hat er auf die Mailbox gesprochen, dass er sehr böse werde, wenn die Zeitung darüber schreibt. Das geht nicht: Denn in Deutschland gibt es die Pressefreiheit. Das bedeutet, niemand, auch kein Politiker, darf Zeitungen, Radio- oder Fernsehsendern sagen, was sie schreiben oder senden dürfen. Es ist die Aufgabe von Medien (so nennt man Zeitungen, Radio und Fernsehen), kritisch nachzufragen und Politikern auf die Finger zu schauen. Natürlich gibt es für die Medien auch Regeln: Sie dürfen keinen Unsinn schreiben oder Menschen beleidigen. Aber wenn sie Beweise haben, dass ein Politiker vielleicht gelogen hat, dann müssen sie dich und deine Eltern darüber informieren. Auch für seinen Anruf hat sich der Bundespräsident inzwischen entschuldigt.

Dennoch überlegen viele, vielleicht auch deine Eltern, ob ein Mann, der so viele Fehler gemacht hat, noch Bundespräsident sein darf, da es ein besonderes Amt ist. Ob Christian Wulff zurücktritt, kannst du auch jeden Tag im ECHO nachschauen.

 



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