Straßenkinder in Brasilien
Straßenkinder sind Kinder, die auf der Straße leben und arbeiten. Viele von ihnen haben kein Zuhause. Sie schlafen unter Brücken, in Hauseingängen oder in U-Bahn-Stationen. Manche sind von zu Hause weggelaufen, weil sie von ihren Eltern zum Beispiel schlecht behandelt wurden. Andere Straßenkinder haben überhaupt keine Eltern mehr.
Um überleben zu können, müssen Straßenkinder arbeiten: Sie putzen an Ampeln Autoscheiben, polieren den Leuten auf der Straße die Schuhe oder verkaufen Zeitungen. Auf der ganzen Welt gibt es etwa 33 Millionen Straßenkinder. Zählt man die Kinder dazu, die nur tagsüber auf der Straße leben und arbeiten, aber nachts bei ihrer Familie schlafen, sind es noch viel mehr. Diese Kinder müssen arbeiten, um Geld für ihre Familien zu verdienen, weil ihre Eltern sehr arm sind. Besonders viele Straßenkinder leben in den großen Städten von Afrika, Asien und Südamerika. Aber auch in Europa gibt es Straßenkinder – sogar bei uns in Deutschland. Hilfsorganisationen wie „terre des hommes“ versuchen, diesen Kindern auf der ganzen Welt zu helfen.
Das „neuneinhalb“-Team war in einer der größten Städte Brasiliens, in Recife. Für die rund 1,5 Millionen Menschen, die dort leben, gibt es viel zu wenig Arbeit und kaum Wohnraum. Ganze Großfamilien leben in winzigen Hütten in den Slums, den so genannten Favelas. „neuneinhalb“-Reporterin Malin begleitet dort die Hilfsgruppe „Ruas e Praças“, deren Ziel es ist, die Kinder langfristig von der Straße zu holen. Zusammen mit Streetworkerin Rosi trifft Malin die vier Geschwister Moiseis (13), Moabe (14), Miriam (15) und Emmanuel (16).
Emmanuel hat sich vor drei Jahren für ein Leben auf der Straße entschieden, nachdem sein Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Seine Mutter hat neun Kinder. Da er der Älteste ist, wollte er ihr nicht zur Last fallen und für sich selbst sorgen. Drei seiner jüngeren Geschwister folgten ihm später. Seitdem leben die vier zusammen auf der Straße. Sie betteln, um zu überleben und schnüffeln die Dämpfe von Schusterleim. Dass sie ihre Lungen schädigen, ihre Nerven angreifen und Krebs erregen, wissen die Kinder nicht. An Tagen, an denen sie sich kein Essen kaufen können, fragen sie bei Restaurants nach Essensresten und durchsuchen Mülltonnen. Oft müssen sie aber hungrig schlafen gehen.
Mehr erfahrt ihr in „neuneinhalb“. Darin erklären die Reporter Malin Büttner und Johannes Büchs Nachrichten so, dass jeder es versteht. Die Kindernachrichtensendung des Ersten gibt es jeden Samstag um 8.30 Uhr und 11 Uhr in er ARD und im Internet unter www.neuneinhalb.wdr.de.

