Wie funktioniert ein Mähdrescher?
Wie schafft es diese Maschine, das Korn vom Stroh zu trennen und zu sortieren?
Ihr habt sicher schon einmal einen Mähdrescher auf einem Feld arbeiten sehen. Meistens werdet ihr nur erkennen, dass er vorne Getreide in sich hineinfrisst und hinten das Stroh wieder ausspuckt. Ab und zu kommt ein Traktor mit einem Anhänger vorbei, und der Mähdrescher befördert das gedroschene Korn aus dem Auslaufrohr in den Anhänger. Wenn dieser voll ist, fährt der Traktor wieder weg. Aber wie schafft es diese Maschine, das Korn vom Stroh zu trennen und zu sortieren?
Kinder-ECHO-Redakteurin Christina Kolb ist mal mit einem Mähdrescher mitgefahren und hat für euch bei Landwirt Georg Philipp Münch aus Raibach bei Groß-Umstadt nachgefragt, wie so eine Hightech-Arbeitsmaschine auf Rädern eigentlich funktioniert.
Georg Münch steigt ein. Draußen ist es heiß, doch in der Fahrerkabine ist die Luft angenehm klimatisiert. „Das würde man sonst bei solchen Temperaturen auf dem Feld gar nicht aushalten“, erklärt der Landwirt. Er stellt den Motor an, dann das Radio. Denn die Arbeit auf dem Feld ist nicht nur staubig und laut, sondern kann ganz schön langwierig sein. Sechs, sieben Stunden am Steuer – da braucht man Abwechslung.
Der Mähdrescher ist zwar ein Fahrzeug, aber eigentlich eher eine fahrende Arbeitsmaschine zum Abernten von Getreide, Raps und Körnermais. An diesem Tag erntet Münch Gerste. Von außen sieht der Vorgang ganz einfach aus: Der Landwirt kommt mit seinem Mähdrescher auf dem Feld an, schaltet das Mähwerk des Fahrzeugs ein und arbeitet sich Reihe für Reihe durch das Feld. Einen Hektar – das ist so viel wie ein Fußballfeld – mäht beziehungsweise erntet Münch pro Stunde ab. Das ergibt sieben bis acht Tonnen Gerste.
Aber wie funktioniert das Ganze nun im Einzelnen? Zunächst drückt die vorne am Fahrzeug angebrachte und sich drehende Haspel die Getreidehalme nach unten. „Im ebenfalls vorne befestigten Schneidwerk schneiden bewegte Messer die Getreidehalme nun ab“, erklärt Georg Münch. Dann zieht die Einzugsschnecke oder Einzugstrommel die Halme in den Mähdrescher.
Und jetzt trennt sich – wie ein Sprichwort so schön sagt – im wahrsten Sinne des Wortes die Spreu vom Weizen: Der größte Teil der Maschine besteht nämlich aus dem Dreschwerk sowie den nachgeordneten Teilen, die das Stroh und die Spreu vom Korn trennen. Zunächst werden mit der Einzugskette die Halme zur Dreschtrommel befördert. Georg Philipp Münch: „Die sich drehende Dreschtrommel schlägt die Getreidekörner aus den Ähren“.
Die ausgedroschenen Körner fallen durch die Trommel, das Stroh läuft nach hinten. Auf dem Schüttler werden die restlichen Körner aus dem Stroh gesiebt. Anschließend laufen die Körner nun über zwei Siebe, wo sie erneut von Unrat befreit werden. Zu guter Letzt bläst ein Gebläse die Spreu wieder nach außen aufs Feld.
Im nächsten Arbeitsgang hebt ein Aufzug mit Ketten, der sogenannte Elevator, die Körner in den Korntank. Wenn dieser voll ist, wird das Korn durch eine Förderschnecke aus dem Auslaufrohr herausbefördert und auf den Anhänger eines Traktors entleert. „Das Stroh wird entweder lose auf dem Feld gelassen oder als Einstreu für Tiere verwendet“, erklärt Münch.
Die vollgeladenen Wagen mit Korn fährt der Landwirt zu einem Unternehmen, das das Getreide weiterverarbeitet oder weiterverkauft – Georg Münch liefert Weizen oder Roggen beispielsweise in die Schlossmühle nach Ober-Ramstadt, die das Korn wiederum zu Mehl verarbeitet.

