Voltigieren - Turnen auf und mit dem Pferd
Hallo! Ich heiße Charlotte und bin 14 Jahre alt. Mein Hobby ist Voltigieren, und jetzt erkläre ich euch mal, was das ist.
Beim Voltigieren läuft das Pferd an einer Longe im Kreis. Eine Longe ist eine Art langes Seil. Das eine Ende hat der Longierer in der Hand, und das andere Ende ist an der Trense vom Pferd befestigt. Über die Longe kommuniziert der Longierer mit dem Pferd. Wir Voltigierer springen dann am laufenden Pferd hoch und machen verschiedene Turnübungen auf dem Pferderücken. Auf dem Pferd liegt ein Polster, das Pad, und um das Pferd wird ein Gurt mit Griffen zum Festhalten und Hochziehen gegurtet.
Es gibt Einzel-, Doppel- und Gruppenvoltigieren. Beim Einzelvoltigieren turnt man die ganze Zeit alleine auf dem Pferd, also ohne Partner. Doppelvoltigierer machen alle Übungen zu zweit, und in einer Gruppe sind immer acht Voltigierer, die sich immer abwechseln, aber teilweise sogar zu dritt auf dem Pferd sind. Ich voltigiere in einer Gruppe.
Im Einzel- und Gruppenvoltigieren gibt es verschiedene Leistungsstufen. A ist die unterste Leistungsstufe für Turniergruppen und Einzelvoltigierer und S** die höchste. Dazwischen gibt es noch L, M*, M** und Junior. Bei Junior müssen alle Voltigierer unter 16 Jahre alt sein.
Unser Verein hat eine A-Gruppe und eine M*-Gruppe. Ich trainiere in der M*-Gruppe.
Einzel- und Doppelvoltigierer und Turniergruppen fahren auch öfter auf Turniere, Einsteigergruppen eher nicht. Die Turniersaison fängt ungefähr im März an und hört im Oktober auf, manchmal aber auch später. In einer Saison fahren wir etwa auf fünf bis zehn Turniere.
Auf den Turnieren zeigen wir immer erst einige Pflichtübungen, das heißt ein paar vorgegebene Übungen in einer bestimmten Reihenfolge, die dann bewertet werden. Nach der Pflicht turnen wir die Kür, beides wird von Musik begleitet.
Die Kür darf man sich selbst ausdenken. In den Gruppen werden die Kleineren und Leichteren von den Größeren hochgehoben und turnen teilweise sogar auf den Schultern von einem stehenden Untermann.
Die Wettkampfrichter benoten dann die Gestaltung und die Ausführung der Kür. Auch das Pferd bekommt eine Note darauf, wie es gelaufen ist. Aus den Pflicht-, Kür- und Pferdenoten ergibt sich dann die Endnote: 0 ist die schlechteste Note, 10 die beste.
Vor unserem Training putzen wir erst unser Pferd Don Diego und führen es ungefähr eine Viertelstunde Schritt, damit es ein bisschen warm wird.
Danach machen wir das Pad und den Gurt auf dem Pferd fest. Während unser Pferd noch ein bisschen longiert wird, machen wir, die Voltigierer, uns warm, indem wir ein bisschen joggen und ein paar Dehnübungen machen. Das Joggen kann manchmal richtig anstrengend sein.
Danach sind dann Voltigierer und Pferd bereit, und das Training kann losgehen.
Im Training üben wir immer unterschiedliche Pflicht- und Kürübungen, weil es ganz darauf ankommt, was gerade ansteht. Natürlich machen wir auch Krafttraining, zum Beispiel Liegestütze oder Sit-Ups.
Die niedrigeren Gruppen trainieren ein Mal in der Woche und die höheren Gruppen zwei bis vier Mal.
Ich trainiere drei Mal pro Woche, und es macht mir so viel Spaß, dass ich am liebsten jeden Tag voltigieren würde. Charlotte


