14. Februar 2007 | Von Reiner Trabold

Der Schatz von Fidschifutschikato

„Flaschenpost“ beim Theater aus der Tüte in Reinheim – Wie aus vielen Ideen ein Stück wird

 
Kinder-Theater
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Nur aus zwei Personen besteht das Kinder-Theater. Archivfoto: Tatü
Das Kinder-Theater heißt „Tatüt“. Es ist so klein, dass es in eine Tüte passt, macht aber großen Spaß. Es gibt keinen Vorhang, nur zwei Schauspieler, aber eine Menge Personen. Das Stück heißt „Die Flaschenpost“ und handelt von Seeräubern. Die spannende Geschichte vom Leichtmatrosen Hein Mück aus Bremerhafen und einem Mädchen, das sich aufmacht, Pirat zu werden, spielt auf der Insel Fid-schifutschikato.

„Wir versuchen, mit vielen Ideen aus wenig ganz viel machen“, verrät Schauspielerin Yvonne Vogel dem Kinder-ECHO. Sie und ihr Partner Jens Horn haben sich das lebendige Stück mit vielen lustigen Seemannsliedern einfallen lassen, das am Sonntag (4. März) um 11 Uhr im Saal der Gaststätte „Zum Kühlen Grund“ in Reinheim noch einmal aufgeführt wird. Dann ist erst einmal Tüten-Pause bis zum 7. Oktober. Verzichten aber muss deshalb auf Tatüt keiner. Das Theater kommt auch in Kindergärten, Schulen, zu Ferienspielen (Info unter 06164 913871).

Zu Piraten gehören beim „einarmigen Meerschweinchen“ nicht nur flotte Sprüche und Flüche. Ein richtiger Seeräuber hat natürlich ein Schiff, das „Flotte Lotte“ heißt. Und sie haben auch einen Schatz. Deshalb zieht das Piratenmädchen eine schwere Truhe auf die Bühne, wo am Strand auch die Flaschenpost angeschwemmt und von Hein gefunden worden ist.

„Wer nicht viel Kohle hat, muss sich etwas einfallen lassen“, sagt Geschichtenerfinderin Yvonne. Die Truhe habe sie preiswert bei eBay ersteigert. „Sie war weiß mit Abziehblumen drauf.“ Sie habe sie so angemalt, dass sie wie eine echte Schatzkiste aussieht.

Die Palmenlandschaft (Theaterleute sprechen von Kulisse), die das Kinderpublikum auf die Südsee-Insel versetzt, ist auf Vorhänge gemalt. Die hingen früher in der Wohnung von Yvonnes Eltern und werden von 350 Sicherheitsnadeln zusammengehalten. Den Piratenkapitän „Blaubeerbart“ spielt eine alte Lebend-Puppe. Das sind Puppen, in die der Schauspieler mit dem Arm schlüpft, mit der Hand das Klappmaul bewegt und sie so zum Leben erweckt. Die Puppe bekam den typischen Piratenhut, Seeräuberstiefel, und die Jacke hatte Jens als kleines Kind an.

„Der Bart ist eine blaue Fastnachtsperücke “, sagt Yvonne. Doch erst die Augenklappe und der goldene Ohrring machen aus der Puppe einen Piraten. „Der ist so lebendig, man glaubt’s nicht“, staunt sogar die Schauspielerin, die dem ihm ihre Stimme schenkt und mit der Puppe spricht (Theaterleute nennen das Dialog).

Keine Seeräubergeschichte ohne Klabautermann. Um ihn zu spielen, verkleidet sich Yvonne hinter der Schatzkiste binnen Sekunden, bringt auch Lora, eine „zum Papagei aufgemotzte Handpuppe“, zum Singen und („Meuterei im Möwenei macht ne Riesensauerei“) Fluchen.

„Die Flasche ist eigentlich eine Vase, die wir mit Siegellack auf alt gemacht haben“, beschreibt Jens die Requisite (so heißen beim Theater das Zubehör). Hein Mück ist landkrank, als er auf der Insel mal festen Boden unter die Füße bekommt, und die Kinder sollen ihm helfen. Das Landratten-Publikum bläst ihm eine große Tüte Wind um die Ohren, und viele hochgestreckte Arme wogen wie Meereswellen. So sparsam das Tüten-Theater auch sein mag. Es ist reich an Ideen.

 



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  • In der Exotenserie stellen wir Euch diesmal die Bonobos vor.
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Viel Spaß beim Durchforsten der neuen Ausgabe und dem Entdecken noch vieler anderer Themen wünscht euch das Kinder-Echo-Team!

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